Die Ursprünge des Namens „Palästina“ entdeckte ich zuerst bei Loahnah Heike Wiederkehr – einer Gerechten.
Einer der Begriffe, der in Ihren morgendlichen Nachrichten am häufigsten vorkommt, ist „Palästina“. Aber was bedeutet er eigentlich? Woher stammt dieser Name? Werfen wir einen Blick in die Geschichte.
Die Bibel erzählt viele Geschichten von Kriegen zwischen den Israeliten und den Philistern, einem Volk von Eindringlingen (von der hebräischen Wurzel PLSH, was „eindringen“ bedeutet). Die Philister waren griechischen Ursprungs, wahrscheinlich aus dem Ägäischen Meer. Die Heilige Schrift beschreibt sie als Seefahrer, die sich entlang der Südküste des alten Israel in Städten wie Gaza, Aschkelon, Aschdod, Ekron und Gat niederließen.
Sie waren die erbitterten Feinde Israels und befanden sich ständig im Krieg mit den Hebräern (ein bekannter Kampf ist der zwischen Simson und Delila; Delila war eine Philisterin). Ihre Geschichte endet im Jahr 604 v. Chr., als sie von den Neobabyloniern vollständig vernichtet werden, nachdem sie bereits im Jahr 1000 v. Chr. durch König David geschwächt worden waren. Danach verschwinden die Philister aus der Geschichte. Es sind keine Spuren ihres Volkes, ihrer Kultur oder ihrer Sprache erhalten geblieben.
700 Jahre später, während des Römischen Reiches, führt der jüdische Anführer Bar Kochba einen heldenhaften Aufstand gegen die römische Herrschaft an und scheitert tragischerweise. Um die Verbindung der Juden zu diesem Land auszulöschen, benennen die Römer „Judea“ in „Syria Palaestina“ um und beschwören damit bewusst die Erinnerung an Israels alte Feinde, die Philister, herauf. Sie vertreiben den Großteil der jüdischen Bevölkerung und zerstören Jerusalem.
Der Name „Palästina“ bleibt bestehen und taucht in den nächsten 1.800 Jahren auf Karten auf, jedoch nur als geografische Bezeichnung, niemals als Name einer Nation oder eines Volkes.
Im Laufe der Jahrhunderte bleibt das Land dünn besiedelt und weitgehend öde und wechselt von einem Reich zum nächsten: Byzantinisches, Arabisches, Mamluken- und Osmanisches Reich. Im Jahr 1869 besuchte Mark Twain das Land und beschrieb, was er sah:
„Ein ödes Land, dessen Boden zwar fruchtbar genug ist, aber gänzlich dem Unkraut überlassen ist … Wir sahen auf der gesamten Strecke keinen einzigen Menschen … Es gab kaum einen Baum oder Strauch.“
Im 19. Jahrhundert war die Bevölkerung der Region klein und gemischt: Juden, Christen, Beduinenstämme und arabischsprachige Dorfbewohner, die sich nicht als „Palästinenser“, sondern als Syrer oder einfach als Araber unter osmanischer Herrschaft identifizierten. Der Begriff „Palästina“ wurde von europäischen Kartographen verwendet, nicht von den Einheimischen.
Unter der frühen islamischen Herrschaft wurde die Al-Aqsa-Moschee auf den Ruinen des jüdischen Tempels errichtet, als Symbol für die islamische Eroberung und die Ablösung der jüdischen Verbindung zu diesem Ort. Doch das jüdische Leben verschwand nie. Über die Jahrhunderte hinweg bestanden Gemeinden in Jerusalem, Hebron, Safed und Tiberias fort.
Wer sind also die modernen „Palästinenser“? Als die zionistische Bewegung Ende des 19. Jahrhunderts begann, kehrten Juden aus aller Welt in ihre alte Heimat zurück, erwarben legal Land, legten Sümpfe trocken und belebten die Landwirtschaft wieder. Dies brachte wirtschaftliche Chancen mit sich, und arabische Migranten aus den umliegenden Regionen – Ägypten, Syrien, dem Libanon und Transjordanien – zogen auf der Suche nach Arbeit in das Gebiet.
Die Briten, die nach dem Ersten Weltkrieg die Kontrolle übernahmen, bezeichneten alle Menschen in der Region, Juden wie Araber, als „Palästinenser“. Tatsächlich waren die „Palestine Post“ (die heutige Jerusalem Post) und das Palestine Philharmonic Orchestra jüdische Institutionen.
Erst nach der Gründung des Staates Israel im Jahr 1948 und der arabischen Niederlage (als sie das Land verloren und zu Flüchtlingen wurden) begannen lokale arabische Führer, sich selbst als „Palästinenser“ zu bezeichnen, und übernahmen damit den römischen Namen, mit dem einst das jüdische Volk verspottet worden war.
Was einst eine römische Beleidigung war, wurde zu einer modernen politischen Identität, die erst Mitte des 20. Jahrhunderts entstand.
English Translation:
The Origins of the Name „Palestine“
One of the terms that appears most frequently in your morning news is „Palestine.“ But what does it actually mean? Where does this name come from? Let’s take a look at history.
The Bible recounts many stories of wars between the Israelites and the Philistines—a people of invaders (from the Hebrew root PLSH, meaning „to invade“). The Philistines were of Greek origin, likely hailing from the Aegean Sea. Scripture describes them as seafarers who settled along the southern coast of ancient Israel in cities such as Gaza, Ashkelon, Ashdod, Ekron, and Gath.
They were Israel’s bitter enemies and were constantly at war with the Hebrews (a well-known conflict is that between Samson and Delilah; Delilah was a Philistine). Their history comes to an end in 604 BC, when they were completely annihilated by the Neo-Babylonians—having already been weakened by King David around 1000 BC. Thereafter, the Philistines vanish from history. No traces of their people, their culture, or their language have survived.
Seven hundred years later, during the era of the Roman Empire, the Jewish leader Bar Kokhba led a heroic uprising against Roman rule—which, tragically, ended in failure. In an effort to obliterate the Jews‘ connection to this land, the Romans renamed „Judea“ to „Syria Palaestina,“ thereby deliberately invoking the memory of Israel’s ancient enemies: the Philistines. They expelled the majority of the Jewish population and destroyed Jerusalem.
The name „Palestine“ endured, appearing on maps over the next 1,800 years—yet solely as a geographical designation, never as the name of a nation or a people. Over the centuries, the land remained sparsely populated and largely desolate, passing from one empire to the next: the Byzantine, Arab, Mamluk, and Ottoman Empires. In 1869, Mark Twain visited the land and described what he saw:
“A desolate country, whose soil is rich enough, but is entirely given over to weeds… We saw not a single human being on the whole route… There was hardly a tree or a shrub.”
In the 19th century, the region’s population was small and mixed: Jews, Christians, Bedouin tribes, and Arabic-speaking villagers who identified themselves not as “Palestinians,” but as Syrians or simply as Arabs under Ottoman rule. The term “Palestine” was used by European cartographers, not by the local inhabitants.
Under early Islamic rule, the Al-Aqsa Mosque was built upon the ruins of the Jewish Temple as a symbol of the Islamic conquest and the superseding of the Jewish connection to the site. Yet, Jewish life never vanished. Throughout the centuries, communities persisted in Jerusalem, Hebron, Safed, and Tiberias.
Who, then, are the modern “Palestinians”? When the Zionist movement began in the late 19th century, Jews from all over the world returned to their ancient homeland, legally acquired land, drained swamps, and revitalized agriculture. This brought with it economic opportunities, and Arab migrants from surrounding regions—Egypt, Syria, Lebanon, and Transjordan—moved into the area in search of work.
The British, who assumed control after World War I, referred to all people in the region—Jews and Arabs alike—as “Palestinians.” Indeed, the Palestine Post (today the Jerusalem Post) and the Palestine Philharmonic Orchestra were Jewish institutions. It was only after the founding of the State of Israel in 1948 and the Arab defeat—when they lost the land and became refugees—that local Arab leaders began to refer to themselves as „Palestinians,“ thereby adopting the Roman name that had once been used to mock the Jewish people.
What was once a Roman insult evolved into a modern political identity that emerged only in the mid-20th century.
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