Zum Wochenabschnitt Behaalotecha (Thora)

Gedanken zum Wochenabschnitt Behaalotecha, dem besonderen Buchstaben „Nun“ unter Berücksichtigung von Talmud und Sohar

Im Talmud (Schabbat 115b) werden die beiden Verse „Wajehi binsoa“ und „Uwnucho jomar“ diskutiert. Die beiden Verse sind von einem ungewöhnlichen, auf dem Kopf stehenden „Nun“ gekennzeichnet und stellen laut Talmud jeweils ein eigenständiges Buch dar, so dass wir von sieben Büchern der Thora ausgehen.
Was ist die Besonderheit dieser zwei Verse, was die Bedeutung dieser zwei „Nun“?

Ich warte auf Antworten der Rabbiner!!!

Der Kommentar des Sohar verweist auf ein anderes, berühmtes „Nun“ – nämlich jenes in Psalm 145 – das Aschrei im Siddur. Dieses „Nun“ glänzt allerdings durch Abwesenheit. Der erste Vers von Aschrei beginnt mit einem „Alef“. Der zweite mit einem „Bet“ … usw. Doch in der Mitte des Psalms fehlt (!) ein Vers mit dem Buchstaben „Nun“. Diese Auffälligkeit, bzw. Lapsus, wird interessanterweise im Talmud (Berachot 4b) kommentiert. Ähnlich wie die zwei besprochenen Verse in unserer Sidra beschreibt „Aschrei“ eine idylisch anmutende Welt. Besungen werden G-ttes Königreich auf Erden, in dem jeder Suchende findet und die Bedürfnisse aller Geschöpfe befriedigt sind.
Laut Talmud aber habe der Psalmist den Buchstaben „Nun“ mit dem mit diesem Wort „nefila“, hebräisch für „Sturz“ assoziiert. Es sei ihm der Vers aus der Trauerrede des Propheten Amos in den Sinn gekommen: „Nafla“: Sie stürzt, steht nicht wieder auf, die Jungfrau Israel, sie liegt hingestreckt auf ihrem Boden, keiner richtet sie auf… “ (Amos 5:2). Daher übersprang der Psalmist den Buchstaben „Nun“. Doch fand der „Sturz“ psychologisch interessant, seinen Weg trotzdem in das „Aschrei“, nämlich mit dem „Nun“ im Vers folgendem Buchstaben „Samech“. „Somech: G-tt stützt alle Stürzenden („noflim“) und richtet alle Niedergedrückten wieder auf.“

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